Methodische Konzepte

Als Diplom-Sozialwissenschaftlerin analysiere ich menschliches Handeln vor dem Hintergrund seiner sozialen Verflechtungen und Systeme und ihrer wechselseitigen Beeinflussung. Dabei berücksichtige ich die ökonomischen Gegebenheiten. Mir stehen Methoden nahe, die diese Zusammenhänge aufgreifen.

Die Sozialwissenschaften sind interdisziplinär ausgerichtet. Deshalb ist mir vertraut, dass eine Fachrichtung oder Sichtweise immer nur einen kleinen Teilbereich des Ganzen erfassen und ihm gerecht werden kann. Für mich ist es wichtig, nicht nur einen Aspekt der Wirklichkeit zu berücksichtigen, sondern unterschiedliche Methoden aus verschiedenen Disziplinen anzuwenden. Meine Stärke liegt darin, betriebswirtschaftliches und psychologisches Wissen gleichermaßen für Sie einzusetzen.

In meiner Arbeit profitieren Sie von meinem breiten Methodenspektrum, das nach Ihren Bedürfnissen und Vorlieben zum Einsatz kommt. Es speist sich aus unterschiedlichen Quellen.

Nicht-direktive Beratung

Die Arbeit nach dem Konzept der nicht-direktiven Beratung geht zurück auf Carl Rogers. Sie ist in erster Linie gekennzeichnet durch die wertschätzende Wahr­nehmung des Gegenübers, seiner Gefühle, körperlichen Empfindungen, Gedanken­welt und möglicherweise seiner Widersprüche und Ambivalenzen.

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Die inneren Prozesse nachzuvollziehen, zu akzeptieren und dem Gegenüber im Gespräch bewusst zu machen, schafft für die ratsuchende Person inneren Raum für neue Haltungs- und Handlungsmöglichkeiten. Ihre Selbst­wirksam­keits-Erwartung wird gestärkt.

Für mich gehören zur Methodik der nicht-direktiven Beratung das aktive Zuhören, die explorierenden Fragen, das Zusammenfassen und das Vorschlagen von Interpretationsmöglichkeiten.

Statt Beratung als Expertenrat zu erteilen, gehe ich in die Rolle des „Enablers“, der „Ermöglicherin“: Ich helfe Ihnen zu erkennen, worin genau das Problem besteht und unterstütze Sie bei Ihren individuellen Lösungswegen.

Systemischer Ansatz

Der systemische Ansatz sieht den Menschen als Teil größerer, ineinandergreifender Systeme wie Abteilungen, Organisationen, Familien etc., die sich wechselseitig beeinflussen.

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Die Reibungspunkte entstehen nicht in den Menschen, sondern zwischen ihnen. Meistens haben sie damit zu tun, wie diese miteinander umgehen und was sie übereinander denken. Ihr Verhalten bedingt sich gegenseitig: Ursache und Wirkung werden nicht kausal, sondern als jeweils umkehrbar gesehen. Besonderes Augenmerk liegt auf den Regeln, die im jeweiligen System meist unausgesprochen gelten. Systemische Arbeit ist zukunfts-, lösungs- und ressourcenorientiert. Häufig eingesetzt werden bestimmte Fragetechniken wie hypothetische oder zirkuläre Fragen, die eine vermutete Außensicht Dritter mit einbeziehen, worst-case-Szenarien oder das Reframing von Sachverhalten, bei dem Situationen umgedeutet werden. Anhand dieser Fragetechniken lässt sich die Bedeutung überprüfen, die ein Geschehen für die einzelne Person hat. Bereits dieser Perspektivwechsel bewirkt häufig, dass neue Handlungsoptionen gesehen werden.

Psychodynamischer Ansatz

Der psychodynamische Ansatz befasst sich vorrangig mit unbewussten Dynamiken von Menschen in Organisationen und deren Wechselwirkungen.

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Um tiefgreifende Veränderungen zu bewirken, ist es hilfreich, diese zu berücksichtigen und zu verstehen.

Psychodynamisches Coaching zielt auf eine bessere Einsicht in die Entstehungsbedingungen aktueller Situationen, Verhaltensweisen und Selbststeuerungs-Mechanismen. Es setzt voraus, dass Menschen sich verändern können – und in Wechselwirkung damit auch Organisationen. Psychodynamisches Coaching betrachtet Menschen als Individuen sowie als Rollen- und Funktionsträger in Unternehmen und Institutionen.

Mögliche Methoden sind z.B. :

Biographische Vertiefungsfragen
Diese dienen dazu, sich der eigenen Verflechtung bewusst zu werden, um früher erlebte Situation von der aktuellen Situation zu unterscheiden, um inneren Abstand zu gewinnen und sich Handlungsalternativen erschließen zu können.

Zum Beispiel

  • Woher kennen Sie diese Konstellation/Dynamik/dieses Gefühl?
  • Was war früher dabei Ihre Rolle?
  • Wie haben Sie damals die Situation bewältigt?
  • Was ist jetzt anders als früher?
  • Welche Möglichkeiten bieten sich Ihnen jetzt in Ihrer aktuellen Situation?
  • Wo reagieren Sie aufgrund von Hypothesen und Zuschreibungen?

Arbeit mit Bildern und Metaphern
Hierauf greife ich gern zurück, um auch unbewusste Elemente in die Exploration der Situation einzubeziehen und diese für Lösungsimpulse zu nutzen.

Z.B.

  • Wenn die Situation eine Landschaft /ein Fortbewegungsmittel/ein Gegenstand/eine Reise wäre, wie wäre sie dann beschaffen?
  • Wo befinden Sie sich in dem Bild?
  • Welche Veränderungen wären möglich?

Zum besseren Verständnis des Hintergrundes ist das Eisbergmodell geeignet und das Konstrukt der Projektionen.

Gestaltpsychologie

Die Gestaltpsychologie beschäftigt sich vor allem mit der Entstehung von Ordnungssystemen in der Wahrnehmung, im Denken, Fühlen und Verhalten der Menschen. Sie beschreibt die Wahrnehmung als ganzheitlichen Prozess, mit dem ein Mensch seine Umwelt für sich strukturiert.

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Der Grundgedanke lautet:

Menschen nehmen Situationen als eine sinnvolle Ganzheit wahr. Jeder Mensch sucht nach Zusammenhängen und ergänzt Lücken auf seine, ihm sinnvoll erscheinende Art. Je nach eigenem Interesse bzw. eigener Bedürfnislage nimmt jeder Mensch ein Geschehen als Vorder- oder als Hintergrund wahr. Deshalb erleben verschiedene Personen dieselbe Situation oft ganz unterschiedlich.

Der Ansatz der Gestaltpsychologie zielt auf mehr Bewusstsein für die individuelle Art der Wahrnehmung und auch für deren Begrenztheit. Der Schwerpunkt liegt dabei weniger in der Analyse als vielmehr im aktuellen Erleben des Menschen, im „Hier und Jetzt“.

Eine typische Frage ist die Frage nach dem Impuls, den etwas Gesagtes oder eine Situation in der Person auslöst. Dieser Impuls kann der Ebene der Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen, Handlungen oder Haltungen entstammen.

Die Gestaltpsychologie kann verschiedene erlebnisaktivierende Techniken einbeziehen wie Rollenspiele, Verstärkungen, Übertreibungen. Sie kann Übungen zur Körperentspannung und -wahrnehmung einbinden sowie Techniken zur Visualisierung.

Lösungsorientiertes Kurzcoaching

Manche Situationen erfordern eine kurzfristige Klärung oder Entscheidung und lassen sich eindeutig umreißen. Dafür biete ich Ihnen ein einstündiges Kurzcoaching an, in dem wir innerhalb einer Sitzung auf den Punkt kommen und Ihre nächsten zielführenden Schritte planen.

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Im Laufe meiner mehr als 20-jährigen Beratungstätigkeit habe ich ein strukturiertes Vorgehen entwickelt, das Sie anhand eines Fragenkatalogs voran bringt und handlungsfähig macht.

Für dieses Coachingformat findet das Vorgespräch telefonisch statt. Es beinhaltet eine erste kurze Bestandsaufnahme. Eventuell bitte ich Sie, mir vorab Hintergrundinformationen zukommen zu lassen, wie Lebenslauf, Verträge oder Organigramme. Eventuell sende ich Ihnen einige Fragen zur Vorbereitung zu.

Psychodrama

Für komplexere Situationen, Konflikte und Veränderungsprozesse setze ich gerne Methoden aus dem Psychodrama ein, das auf Jakob L. Moreno zurückgeht. Diese spezielle Form des Rollenspiels eignet sich dafür, konkrete Situationen zu bearbeiten.

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Gleichermaßen kann es das Erleben der inneren Wirklichkeit verdeutlichen und weiterentwickeln. Elemente dieser Methoden finden sich zum Beispiel in der Arbeit mit dem „Inneren Team“ wieder oder in Organisations-Aufstellungen. Die Übungen machen das Beziehungsgeflecht bzw. den inneren Dialog sichtbar und fördern die Spontaneität. So können neue Sicht- und Verhaltensweisen gefördert und Ressourcen aktiviert werden.

EMDR Coaching

EMDR kürzt den amerikanischen Terminus „Eye Movement Dezensitization and Reprocessing“ ab und bedeutet wörtlich übersetzt „Unempfindlichmachung und Wiederaufbereitung durch Augenbewegungen“. Typisch für diese Methode ist, über Augenbewegungen, akustische oder taktile Reize Hirnregionen so zu stimulieren, dass blockierende Erfahrungen verarbeitet und konstruktives Verhalten entwickelt werden können.

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EMDR Coaching lässt sich auch zur gezielten Stärkung mentaler und kreativer Ressourcen einsetzen. Ursprünglich wurde die Methode von Dr. Francine Shapiro zur Behandlung von Psychotraumata entwickelt.

EMDR erfordert viel Erfahrung und ist in Deutschland Psychotherapeuten vorbehalten. Meine Voraussetzungen zur Anwendung sind meine 1993 erworbene psychotherapeutische Heilerlaubnis sowie meine Mitgliedschaft im Bundesverband akademischer Psychotherapeuten, BAPt. e.V.

EMDR Coaching ist keine Psychotherapie. Für das Coaching habe ich diese Methode abgewandelt und setze sie sehr gezielt ein. Bedingungen sind eine stabile psychische Konstitution, die Offenheit für diese Art der persönlichen Weiterentwicklung und eine tragfähige Arbeitsbeziehung.

Daher biete ich EMDR-Coaching nur eingebettet in einen gesamten Coachingprozess an. Eine Sitzung dauert anderthalb bis zwei Stunden. Ob bereits eine einzelne Sitzung ausreicht, um die Blockierungen erfolgreich zu lösen, hängt vom Einzelfall ab.

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